Tierisch gute Runde: Von Belgershain durchs Oberholz (13 km)
Foto: Andreas Döring
Für Tierfreunde ist der Weg durchs Oberholz bei Belgershain ganz offensichtlich ein Muss. Nicht nur, weil es über den Saulöcherweg, am Schaftriftweg und am Fuchsweg vorbeigeht. „In der Frühe sieht man oft auch Rehe, Hasen oder Karnickel, Marder, Uhus, Rebhühner und Blindschleichen“, schwärmt Ursula Rüdiger (49), Lehrerin für Deutsch und Geschichte am Grimmaer Gymnasium St. Augustin, voller Begeisterung.
Tourenplaner: PDF ausdrucken; GPS-Track speichern, Google-Earth-Tour
Schon als Schülerin ist sie gern gelaufen. Während des Studiums in Leipzig betrieb sie sogar Orientierungslauf. Derzeit trainiert Rüdiger zwei bis dreimal pro Woche im Wald (unter anderem Tempoläufe!), startet vier bis fünfmal im Jahr bei Volkssportläufen und will demnächst in Borna ihren ersten Halbmarathon absolvieren.
Ihre Hausstrecke Oberholz beginnt direkt auf dem Parkplatz am Bahnhof Belgershain. (Achtung: Maximale Parkdauer mit Uhr zwei Stunden). Die Tour führt dann in langer Gerade über den Belgershainer Weg in den Auwald hinein. Nach etwas Schotter wird der Untergrund rasch eben. An einer kleinen Bankgruppe ist der erste Kilometer geschafft. Wir folgen der Geraden auf dem Saulöcherweg.
Dort geht es dann zunächst nach drei Kilometern nach links und nach wenigen hundert Metern nach rechts in den Breiten Weg. An der Jagdlinie (nach links) – 4,5 Kilometer – wartet ein Seidelbast-Sumpfwald auf uns. „Sehr romantisch“, schwärmt Rüdiger. Im Gesträuch liegt ein kleines Wehr. Die Tour führt im Bogen nach links. Rechts zweigt ein Weg ab, doch wir bleiben links.
Am Feld ist dann Kilometer sechs erreicht, am Horizont taucht die Hochhalde Trages auf. Nun führt der Weg wieder in den Wald – vorbei an einer von Vandalen zerstörten Hütte und wieder durch Felder. Rechts türmen sich Unmengen von Ameisenhaufen: Kilometer 7.
Schließlich erreichen wir erneut die Kreuzung mit dem Saulöcherweg und laufen dort geradeaus weiter.
Der Butterweg schließt sich an. Am Kilometer 9 könnte man noch weiter bis zum Schlossbergweg traben. Unsere Tour aber führt nach rechts in den Sandgrubenweg, später an einer Bankgruppe wieder nach links. Rund 100 Meter vor der Bahnschranke wird dann Kilometer 10 passiert. Der Weg biegt vor den Gleisen scharf nach rechts an hohen Kastanien vorbei. Parallel zur Bahnlinie geht es weiter. Regelrechte Wände aus wildem Wein wuchern links von den Bäumen.
Schließlich führt die Tour an einem Feld noch einmal nach rechts. Kilometer zwölf liegt auf der Höhe von zwei weiß-roten Metallpfosten. An der nächsten Kreuzung nach links, dann geht es auf die lange Zielgerade. Rüdiger gibt noch mal kräftig Gas. Dann ist wieder der Belgershainer Bahnhof in Sicht: knapp 14 Kilometer. Ursula Rüdiger hat sich ihren Laufgutschein redlich verdient. Und um ihren ersten Halbmarathon muss sie sich – bei dieser Kondition – vermutlich nicht wirklich ernsthafte Sorgen machen.
Roland Herold, Leipziger Volkszeitung
